BIK
ASCHPURWIS + BEHRENS GmbH
| Krähenweg 28 | |
| 22459 Hamburg | |
| Telefon: | (040) 41 47 87 - 0 |
| Fax: | (040) 41 47 87 - 15 |
| E-Mail: mafo@bik-gmbh.de | |
| Ansprechpartner | |
| Impressum |
BIK
Regionen
Die BIK-Regionen und Verflechtungsgebiete sind eine bundesweite räumliche Gliederungssystematik, die die Stadt-Umland-Beziehungen auf Gemeindeebene für Ballungsräume, Stadtregionen, Mittel- und Unterzentren darstellt.
Die Datengrundlage bilden die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, Stand 30.06.1999, und die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung am 31.12.1999, wobei der Gebietsstand sowie die Sachdaten auf Basis der laufenden Bevölkerungsfortschreibung der Statistischen Landesämter jährlich aktualisiert werden. Die BIK-Regionen werden zurzeit aktualisiert und stehen Anfang 2010 mit dem Gebietsstand 31.12.2009 zur Verfügung.
1. Historie
Das Regionsmodell der Firma BIK
Aschpurwis + Behrens GmbH, Hamburg, wurde für Regionalforschungszwecke erarbeitet und stellt eine Weiterentwicklung der seit den 1950'er Jahren von Olaf Boustedt entwickelten Stadtregions-Systematik dar.
Boustedt nutzte die in den Volkszählungen auf Gemeindeebene erhobenen sozio-ökonomischen Merkmale, um funktional verflochtene Räume abzugrenzen und zu strukturieren. In den Jahren 1950, 1961 und 1970 wurden jeweils aktuelle Varianten der Boustedt-Stadtregionen erstellt.
Im Jahr 1991 übernahm die Firma BIK die Weiterführung der Stadtregions-Systematik und entwickelte auf der Basis der Volkszählung 1987 und verschiedenen, für das Gebiet der ehemaligen DDR verfügbaren Datenbeständen die BIK-Stadtregionen. Diese Systematik umfasste 109 funktionell verflochtene Stadt-regionen mit mindestens 80.000 Einwohnern und war das Vorgängermodell der heute vorliegenden, deutlich erweiterten und verbesserten Gebietsgliederung.
Über die Ballungsräume und Stadtregionen hinaus wurde die Analyse auf räumliche Verflechtungen in kleinstädtisch und ländlich geprägten Räumen ausgedehnt, so dass diese Regionssystematik, einschließlich der Mittel- und Unterzentren mit 90,7% der Bevölkerung Deutschlands einen besonders hohen Deckungsgrad erreicht.
Die aktuellen BIK-Regionen 2000 wurden in Ost- und Westdeutschland mit einheitlicher Methode und auf der gleichen Datenbasis erstellt. Das ermöglicht die uneingeschränkte Vergleichbarkeit von Teilräumen.
2. BIK
Regionen 2000
2.1 Äußere Abgrenzung
Zu einer BIK-Region gehören alle Gemeinden, deren Pendlerpriorität auf eine gemeinsame Kernstadt gerichtet ist, wenn die Pendlerquote mindestens 7% beträgt, also mindestens 7% der Wohnbevölkerung als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in diese Kernstadt einpendeln. Pendlerquote und Pendlerpriorität wurden auf Grundlage der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Wohn- und Arbeitsort (Bundesanstalt für Arbeit) und der Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung in den Gemeinden (Statistische Landesämter) berechnet.
Daneben wurden verschiedene Mindestgrößen für Kernstädte und Regionen definiert sowie Verfahren entwickelt, um große Einzelstädte ohne ausreichenden Pendlerzustrom sowie Subzentren innnerhalb größerer Verflechtungsräume angemessen berücksichtigen zu können.
Nach der Bevölkerungszahl in der BIK-Region werden sie in vier Regionstypen unterteilt:
1 Ballungsräume sind große, hochverdichtete Agglomerationen, in denen die Kernstädte mit ihrem Umland mindestens 750.000 Einwohner erfassen.
2 Stadtregionen sind größere Verdichtungs- und Verflechtungsbereiche mit mindestens 100.000 Einwohnern (Kernstadt + Umlandgemeinden).
3 Mittelzentrengebiete haben zwischen 25.000 und 100.000 Einwohner.
4 Unterzentrengebiete sind kleine Verflechtungsgebiete mit 6.000 bis 25.000 Einwohnern.
5 Keine BIK-Region: Hierunter fallen Gemeinden, die zu keiner BIK-Region gehören, weil sie keine ausreichend hohe Zielpendlerquote auf eine Kerngemeinde haben.
2.2 BIK-Regionsgrößenklassen
Für weitere Analysen und als Schichtungsmerkmal für die Ziehung von Stichproben werden die Gemeinden einer Größenklassensystematik zugeordnet, die die Bevölkerungszahl in der jeweiligen BIK-Region oder in der Gemeinde berücksichtigt. Es gibt eine siebenstufige und eine zehnstufige Systematik (GKBIK7 und GKBIK10):
| GKBIK 7 | GKBIK 10 | Bevölkerung in der BIK-Region bzw in derGemeinde |
Strukturtyp |
| 1 | 1 | Unter 200 Einwohner | Alle Strukturtypen bzw. keine BIK-Region |
| 2 | 2 | 2.000 bis unter 5.000 Einwohner | |
| 3 | 3 | 5.000 bis unter 20.000 Einwohner | |
| 4 | 4 | 20.000 bis unter 50.000 Einwohner | Kern-, Verdichtungs-, Übergangs- oder Peripherer Bereich (1, 2, 3, 4) |
| 5 | 5 | 50.000 bis unter 100.000 Einwohner | Verdichtungs-, Übergangs- oder Peripherer Bereich (2, 3, 4) |
| 6 | 50.000 bis unter 100.000 Einwohner | Kernbereich (1) | |
| 6 | 7 | 100.000 bis unter 500.000 Einwohner | Verdichtungs-, Übergangs- oder Peripherer Bereich (2, 3, 4) |
| 8 | 100.000 bis unter 500.000 Einwohner | Kernbereich (1) | |
| 7 | 9 | 500.000 Einwohner und mehr | Verdichtungs-, Übergangs- oder Peripherer Bereich (2, 3, 4) |
| 10 | 500.000 Einwohner und mehr | Kernbereich (1) |
2.3 Innere Gliederung: Die Strukturtypen
Die äußere Abgrenzung der BIK-Regionen erfolgt durch Pendlerquoten und Pendlerpriorität. Die Gemeinden innerhalb eines Verflechtungsbereiches werden durch Strukturtypen klassifiziert.
Das am deutlichsten gliedernde und flächendeckend auf Gemeindeebene vorhandene statistische Merkmal ist die Nutzungsdichte. In methodischer Anlehnung an die Revision der Boustedt-Stadtregionen im Jahr 1970 wurde als Strukturierungskriterium die Einwohner-/ Arbeitsplatzdichte gewählt:
Bevölkerung + svp. Beschäftigte am Arbeitsort
Fläche (in km²)
Die Datengrundlage bilden auch hier die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Nach der Einwohner-/ Arbeitsplatzdichte werden die Gemeinden in den BIK-Regionen in vier Klassen eingeteilt. Die Gemeinden außerhalb der BIK-Regionen bilden eine fünfte Klasse.
Diese Strukturtypen sind ein eigenständiges Gliederungsmerkmal und können auch unabhängig von den BIK-Regionen für Analysen verwendet werden:
1 Kernbereich: Einwohner-/ Arbeitsplatzdichte 1.000 oder mehr
2 Verdichtungsbereich: Einwohner-/ Arbeitsplatzdichte zwischen 500 und 1.000
3 Übergangsbereich: Einwohner-/ Arbeitsplatzdichte zwischen 150 und 500
4 Peripherer Bereich: Einwohner-/ Arbeitsplatzdichte von unter 150
5 Keine BIK-Region: Zu diesem Strukturtyp gehören alle Gemeinden außerhalb der Verflechtungsbereiche - unabhängig von ihrer Nutzungsdichte; hierbei handelt es sich überwiegend um Gemeinden in dünner besiedelten ländlichen Gebieten.
BIK-Strukturtypen auf Gemeindebene
| Strukturtyp | Anzahl der Gemeinden Stand 31.12.2008 |
Bevölkerung *) Stand 31.12.2007 |
||
abs. |
in % |
abs. |
in % |
|
|
1 Kernbereich 2 Verdichtungsbereich 3 Übergangsbereich 4 Peripherer Bereich |
441 680 2.406 4.986 |
3,61 % 5,56 % 19,68% 40,78% |
35.848.156 12.640.759 17.636.772 8.453.510 |
43,60 % 15,37 % 21,45 % 10,28 % |
| BIK- Einzugsbereiche gesamt | 8.513 | 69,62% | 74.579.197 | 90,71% |
| Keine BIK-Region | 3.714 | 30,38 % | 7.638.640 | 9,29 % |
| Gesamt | 12.227 | 100,00% | 82.217.837 | 100,00% |
*) Basis: Laufende Bevölkerungsfortschreibung der Statistischen Landesämter
Ansprechpartnerin
Kathrin Wiese
Telefon: (040) 41 47 87 - 23
E-Mail: wiese@bik-gmbh.de